Deep-water benthic ecosystems of oceanic islands in the Azores
Partner: Zoological Society of London, UK
Beteiligte: Wissenschaftler verschiedener internationaler Institutionen, Fachöffentlichkeit
Ökologie: Beiträge zum Verständnis von Lebensgemeinschaften der Tiefsee im nordöstlichen Atlantik
Ökonomie: Beitrag zur Konzeption einer nachhaltigen Nutzung von Meeresressourcen
Kultur: Darstellung wissenschaftlicher Forschung n der Öffentlichkeit
Maßnahmen:
- Konzeption und Durchführung eines wissenschaftlichen Langzeitprogramms
- Analyse des Probenmaterials im Labor und insbesondere des Videomaterials am Computer
- Darstellung der laufenden Untersuchung für die allgemeine Öffentlichkeit im Zoo von London
Die tiefen Abhänge ozeanischer Inseln und unterseeischer Berge sind isolierte Lebensräume mit einzigartigen Lebensgemeinschaften, die jedoch durch fischereiliche Aktivität und den globalen Klimawandel bedroht sind. Um die Belastungen der Biodiversität durch diese Störfaktoren besser einschätzen zu können, bedarf es der speziellen Kenntnis der Reproduktionsraten der verschiedenen Spezies, ihrer räumlichen und zeitlichen Verteilungsmuster in den jeweiligen Lebensstadien und der Wachstumsraten.
Mit diesem vom Institute of Zoology (IoZ, London) initiierten Projekt, das von 2008 bis 2010 in Zusammenarbeit mit dem Department of Oceanography and Fisheries (DOP, University of The Azores, Horta) durchgeführt wird, wird eine Langzeit-Untersuchung zur Ökologie von Meeresboden-Organismen (Benthos) an den Tiefseehängen der Azoren gestartet. Insbesondere sollen die Prozesse untersucht werden, die die vorhandene Lebensvielfalt in diesem Habitat kontrollieren und sowohl kurzfristig als auch langfristig auf die Artengemeinschaft einwirken.
Für die Untersuchung der Verteilung und Lebensgeschichte benthischer Organismen wird ein bemanntes Tauchboot der Rebikoff-Niggeler-Stiftung eingesetzt, das in Horta auf Faial stationiert ist und in Tiefen zwischen 200 bis 500 Metern in den Gewässern um die Inseln Faial und Pico operieren wird. Über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren werden die Raten larvaler Entwicklung und Besiedlung photografisch erfasst und beobachtet. Durch vergleichende genetische Untersuchungen werden in den Untersuchungsflächen die larvalen Ausbreitungsmuster und die Verteilung adulter Organismen in den angrenzenden Arealen erfasst und mit entsprechenden Populationen anderer Archipele im Nordatlantik und der iberischen Halbinsel verglichen.
Für die langfristige Fortführung der Studie ist die Kooperation mit Forschungseinrichtungen in Portugal, Groß Britannien und den USA wichtig. Die Ergebnisse werden einen unmittelbaren Einfluss auf lokale und regionale Initiativen zum Schutz der Tiefsee haben und zur besseren Kenntnis der Biogeographie des nordöstlichen Atlantiks beitragen.


